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Mainpost, 4. Februar 2009: „Immer noch morden Menschen“
Am 2. Februar 1943 stand Max Mannheimer an der Todesrampe des Konzentrationslagers Auschwitz. Am Montag, genau 66 Jahre später, sprach er vor rund 300 Zuhörern im Jüdischen Gemeindezentrum "Shalom Europa". Besondere Brisanz bekam der Vortrag durch die aktuelle Kritik am Papst, der den Holocaust-Leugner Richard Williamson rehabilitiert hatte.
Die Veranstaltung anlässlich des Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz leitet Burkhard Hose ein, katholischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit: "Als wir den Abend planten, wussten wir noch nichts über die erschreckende Aktualität, welche die Aufklärung über Auschwitz hat". Hose zitierte aus einer Stellungnahme von Karl Hillenbrand. Der Generalvikar sowie Bischof Friedhelm Hofmann seien verhindert und hätten gebeten, ihre Position weiterzugeben. Beide ließen den Anwesenden ihre Solidarität übermitteln und klarstellen, dass eine Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust für Christen ein sündhaftes Verhalten darstelle, weil es wahrheitswidrig sei und dazu beitrage, das unsägliche Leid der Opfer zu verdrängen...
Seit 1986 hält der Zeitzeuge zahlreiche Vorträge. "Sein Einlassen auf die schmerzlichen Erinnerungen überträgt sich auf die Menschen, die ihm zuhören", sagt (Oberbürgermeister) Rosenthal. Das ist auch im Shalom Europa so, wo junge und alte Zuhörer den Worten eines Mannes lauschen, der mit Eltern, Geschwistern, Ehefrau und Schwägerin in den Morgenstunden des 2. Februar auf die Todesrampe von Auschwitz trat. "Nach fünf Wochen waren noch zwei von uns am Leben" sagt Mannheimer. Ruhig schildert er das tägliche Grauen, die Brutalität und Willkür im Lager....
"Jetzt bin ich 89, und Gott lässt mich noch immer viel herumreisen. Sogar meinen Humor hat Gott mir wiedergeschenkt... In elf Jahren bin ich 100 Jahre alt, ich weiß nicht, ob Sie mich dann noch oft erleben, also fragen Sie", fordert er seine Zuhörer auf . Einer will wissen, ob er glaubt, "dass so etwas noch einmal passieren kann". Mannheimer ist Realist: "In dieser Form vielleicht nicht, aber es ist bislang nicht gelungen, den Menschen grundlegend zu verbessern. Immer noch morden Menschen, immer noch verhungern Menschen..."
 
Mainpost, 28 Jan 2009: Ein Buch über die Kitzinger Juden.
Viele Besucher aus dem Landkreis und der Region waren am Dienstag in die Alte Synagoge gekommen, als das fast 700 Seiten starke Werk des Historikers Elmar Schwinger über die Kitzinger jüdische Gemeinde vorgestellt wurde. Minutenlang steht am Dienstagabend das Bild der brennenden Kitzinger Synagoge auf der Leinwand....
 
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