Herausforderung und Chance

Die Jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken steht angesichts der Ankunft der neuen Zuwanderer vor einer ihrer schwierigsten Aufgaben in ihrer langen Geschichte. Die Neuankömmlinge kennen die Anforderungen einer orthodox-jüdischen Lebensgestaltung nicht oder nur unvollkommen. Sie haben seit zwei Generationen keinen jüdischen Religionsunterricht mehr erhalten. Es fehlt ihnen oft in jeder Hinsicht an “Jüdischheit”. Solche Umstände verlangen von den Würzburger Juden, deren Erscheinungsbild zu allen Zeiten bewusst und unterscheidbar traditionell geprägt war, eine beispielhafte Integrationsleistung.
Umgekehrt kann die Jüdische Gemeinde über die ihr zuwachsenden Migranten ein beträchtliches kulturelles und künstlerisches Potential gewinnen. Viele unter den Neuankömmlingen sind Ingenieure, Lehrer, Ärzte, Forscher, Juristen, Musiker, Maler und Journalisten. Deutschland war von den Zuwanderern schon vor ihrer Ankunft nicht als fremdes Land wahrgenommen worden. Immerhin sind sie die Nachkommen westeuropäischer Juden, von hier stammen ihre Wurzeln, die jiddische Sprache. Bemerkenswert ist, dass viele Familien bei ihrer Einreise hunderte von Büchern - mitunter ganze Bibliotheken - und darunter viele Werke deutscher Autoren mit nach Deutschland gebracht haben.

  Ella Bulatova (Violine) und Alexander Bulatov (Vibraphon) gestalteten die musikalische Umrahmung anlässlich der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehens der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken e.V. am 3. März 2002 im Mainfrankentheater Würzburg    
 
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