Die Würzburger Judengemeinde von der Neugründung bis zum 1. Weltkrieg
 
Unter dem Einfluss der Aufklärung verbesserte sich die Lage der Juden in Unterfranken. In Würzburg erhielt 1803 die erste jüdische Familie seit 1642 gegen den Widerstand des Magistrats von der bayerischen Regierung das Recht zur Niederlassung. In den nächsten Jahrzehnten und gegen gelegentlichen, teils gewaltsamen, Widerstand (“Hep-Hep-Skandal”) emanzipierten sich auch die Würzburger Juden weitgehend im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben, bis 1871 ihre formelle rechtliche Gleichstellung erreicht war. Zur Jahrhundertwende wurde in Würzburg mit 2467 die bis dahin höchste Zahl jüdischer Einwohner erreicht. Bereits zwei Jahrzehnte zuvor hatte der jüdische Anteil an der Würzburger Stadtbevölkerung 4,5 % betragen. Im Weltkrieg 1914/18 standen ca. 400 Mitglieder der jüdischen Gemeinde Würzburg im Felde, 40 von ihnen fielen oder starben später an ihren Verwundungen. Die jüdische Gemeinde in Heidingsfeld zählte zu Beginn des 19. Jahrhunderts 600 Mitglieder.
 
 
    Gedenkschrein einer fast ausschließlich jüdischen, schlagenden Würzburger Studentenverbindung für die im 1. Weltkrieg gefallenen Bundesbrüder.  
 
 
 
 
 
 
 
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