Bisherige Aktionen

Gemeinsam mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und in enger Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde wurden zur Werbung für das Projekt zahlreiche Briefaktionen gestartet, Broschüren in Umlauf gebracht, Präsentationen und Vortragsveranstaltungen durchgeführt sowie und Ausstellungen und Konzerte arrangiert.

Unter den in der Öffentlichkeit besonders stark beachteten Veranstaltungen war die mit einer Seminarreihe verbundene Ausstellung “Steine des Anstoßes” vom 6. Februar 2000 bis 5. März 2000 im Spitäle an der Alten Mainbrücke in Würzburg. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Jürgen Weber und in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Würzburg, dem Kunstreferat der Diözese Würzburg und der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens e.V. wurde eine Auswahl der beim Abbruch eines Gebäudes im Würzburger Stadtteil Pleich entdeckten Grabsteine und Grabsteinfragmente aus dem mittelalterlichen Jüdischen Friedhof am heutigen Platz des Juliusspitals zusammen mit Bildern der von diesem Fund inspirierten Würzburger Künstlerin Heide Siethoff ausgestellt. In insgesamt acht, von Prof. Dr. Dr. Karlheinz Müller geleiteten Seminaren sowie mehreren Sonntagsmatinees wurden der Fund der Steine und deren wissenschaftlicher Auswertung vorgestellt, Einblicke in die reiche mittelalterliche Geschichte der Juden in Würzburg und Unterfranken eröffnet und das über die Jahrhunderte bis zuletzt nicht gerade unbelastete Verhältnis der Juden zu ihrer christlichen Umwelt dargestellt.
Bei der Schlußveranstaltung führte Mark C. Lutz das von dem Würzburger Komponisten Klaus Hinrich Stahmer stammende Vibrafonsolo ...che questo è stato.., auf, das auf der Basis von Textfragmenten von Grabsteinen des Höchberger Judenfriedhofs entstanden war. Dazu waren über ein Zuspielband Jehuda Amichai mit eigenen Texten sowie Klangdokumente aus dem heutigen Israel und aus der Judenvernichtung des Dritten Reichs zu hören.
Eine in ihrer Art bisher einmalige Veranstaltungsreihe gab es in der Zeit von Juni 2000 bis Juni 2001. Unter der Bezeichnung Thora-Projekt wurden an insgesamt 34 Vortragsabenden und bei drei Exkursionen die Grundlagen des Judentums einem breiten Publikum dargeboten worden. Das Unternehmen erwies sich als durchschlagender Erfolg. Statt der ursprünglich angepeilten Zahl von etwa 30 Interessierten war die Zahl der Personen, die über das ganze Jahr hinweg an den Veranstaltungen teilnahmen, durchschnittlich sechsfach stärker. Insgesamt 65 überwiegend nichtjüdische Teilnehmer unterzogen sich am Ende der Vortragsreihe einer Prüfung, deren Abschluß ihnen mit der Übergabe von Zertifikaten für ihre Befähigung als ehrenamtliche Synagogenführer bescheinigt wurde.

Das Konzept der Veranstaltungsreihe war von dem Würzburger Theologen Professor Dr. Karlheinz Müller erarbeitet worden. Realisiert wurde es mit der gemeinsamen Unterstützung durch die Jüdische Gemeinde in Würzburg und Unterfranken, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken e.V., das Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken, die Katholische Akademie Domschule, das Rudolf-Alexander-Schröder-Haus Evangelisches Bildungszentrum und den Initiativkreis “Shalom Europa”. Dem Projekt kam eine weit über die lokalen Umstände hinausreichende Bedeutung zu. Es zeigt, daß, wie es Professor Müller formulierte, “in Würzburg nicht nur bei feierlichen Anlässen über ,Brüderlichkeit‘ geredet wird, sondern daß es in Würzburg eine starke Gruppe von Leuten gibt, die sich auf der Basis eines fundierten Wissens über den jüdischen Alltag bereit finden, ehrenamtlich und nachbarschaftlich die Realisierung jüdischen Lebens zu ermuntern und zu unterstützen, wie immer das ohne Einmischung möglich sein wird”.
Eine wichtige Aufgabe haben die ehrenamtlichen Synagogenführer auch bei der Betreuung der vielen in- und ausländischen Gäste übernommen die in dem neuen jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum Shalom Europa erwartet werden.

Die Gruppe der freiwilligen Synagogenführer hat seitdem bereits mehrmals Gelegenheit gehabt ihren jüdischen Mitbürgern aktive und wertvolle Hilfe beim Bewältigen von Gastführeraufgaben zu leisten. Eine herausragende Gelegenheit war dabei u.a. die Ausstellung “Die Bibel - wie Juden sie lesen”, die vom 4. Dezember 2003 bis zum 29. Januar 2004 im Neuen Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum Shalom Europa stattfand und die ihres Erfolges wegen - es kamen 1400 Besucher und es wurden mehr als 45 Führungen veranstaltet - um eine Woche verlängert worden war. Die Ausstellung war auch von der Gesellschaft mit finanziert worden, und Mitglieder des Absolventenkreises des Thora-Projektes wirkten dabei prominent als Wächter und Führer mit.

Eine Ausstellung mit ähnlicher Resonanz, ebenfalls in den bis dahin fertiggestellten Räumen von Shalom Europa, wurde von 22. Juni bis 9. September 2004 in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Unterfranken, dem Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Würzburg und Unterfranken und dem Haus Bayerischer Geschichte arrangiert. Die Ausstellung mit dem Titel "Die Juden im mittelalterlichen Würzburg" war mit der gleichzeitig in Forchheim veranstalteten Landesausstellung Bayern 2004 unter dem Titel "Franken, edel und frei.." vernetzt.
Im Anschluß an die Eröffnung des Museums Shalom Europa und aufbauend auf dem Thora-Projekt der Jahre 2001/2002 ist unter der Leitung von Prof. Dr. Karlheinz Müller und unter maßgeblicher Beteiligung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit das Programm zur Ausbildung speziell befähigter ehrenamtlicher Museumsführer intensiviert worden.

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