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Shalom Europa in Stichworten

„Shalom Europa” - der Name ist Programm. Auf einem Areal rund um die bereits bestehende und jetzt erweiterte Synagoge in der Würzburer Valentin-Becker-Straße ist ein Gebäudekomplex entstanden, der in seiner Gestaltung und Zuwidmung auf eine einzigartige Weise sowohl den Anforderungen einer wachsenden Gemeinde als auch einer weit über die regionalen Grenzen hinausreichenden Vision Rechnung trägt.

Einige der Besonderheiten, die Beachtung verdienen, in Stichworten:
· Shalom Europa beherbergt den weltweit größten Fund an Grabsteinen aus einem mittelalterlichen jüdischen Friedhof, die sogenannten „Judensteine aus der Pleich”. Mehr als 1500 Grabsteine und Grabsteinfragmente, datiert für die Zeit von 1129 bis 1346, haben hier ihre endgültige Bleibe gefunden. Als kulturelles Gedächtnis eines über viele Jahrhunderte europaweit respektierten Sitzes jüdischen Lebens bilden sie im Basisgeschoß unter dem Innenhof  gleichsam das Fundament.

· Die Erforschung und wissenschaftliche Bearbeitung der in erstaunlicher Qualität erhaltenen Inschriften auf diesen Steinen hat teilweise sensationelle Ergebnisse gebracht.. Das mittelalterliche Würzburg war einst eine der großen europäischen Metropolen des „Limmud” und der „Talmud Tora”. Eine mehrbändige Edition mit den vollständigen Forschungsergebnissen ist Anfang 2007 zu erwarten (Autoren: Karlheinz Müller, Würzburg; Schim'on Schwarzfuchs, Tel Aviv; Rami Reiner, Jerusalem).

· Eine Auswahl der „Judensteine” wird im musealen Teil des Gebäudes helfen, traditionelles jüdisches Leben im 21. Jahrhundert transparent zu machen. Es wird kein herkömmliches Museum und nicht eine weitere Gedenkstätte sein. Vorgeführt wird die historische Kontinuität jüdischen Lebens -- für die Zuwanderer und ihre Kinder ebenso wie für die Besucher aus dem außerjüdischen Umfeld.

· Einst hatte Unterfranken die dichteste jüdische Besiedlung in ganz Deutschland.  Im 19. Jahrhundert erlangte die „Würzburger Orthodoxie” mit ihrer vermittelnden Position im innerjüdischen Reformstreit weltweites Ansehen. Die später gegründete Israelitische Lehrerbildungsanstalt war bis zur Schoah eine der führenden Einrichtungen ihrer Art mit einer europäischen Ausstrahlung. Das Konzept von Shalom Europa orientiert sich auch an der Tatsache, daß jüdische Bürger aus Würzburg und Unterfranken als Gelehrte, Künstler, Schriftsteller, Journalisten, Politiker und Unternehmer im außerjüdischen Umfeld weit über die regionalen Grenzen hinaus Anerkennung gefunden haben.             

· Shalom Europa versteht sich nicht nur als Platz für die vielfältigen Einrichtungen, die neben der Synagoge für eine seit 1990 stark erhöhte Zahl von Mitgliedern -- vier Fünftel davon Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion -- bereit gehalten werden müssen. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes wichtig ist zum Beispiel eine in Zusammenarbeit mit der  Ronald S. Lauder Foundation, New York, entstandene Jugendtagungsstätte mit Schabbatprogrammen und religiösen Fortbildungskursen für junge Menschen aus Gemeinden in Deutschland und dem übrigen Europa.

· Das gemeinsam von der Stadt Würzburg und dem Bezirk Unterfranken betriebene Dokumentationszentrum für jüdische Geschichte und Kultur hat in neuen Räumen wesentlich verbesserte Arbeits- und Demonstrationsmöglichkeiten.

· Ein von der Ronald S. Lauder Foundation geförderter Informationsdienst, das Ephraim-Gustav-Hoenlein-Projekt, hat ebenfalls seinen Platz in Shalom Europa. Es hilft deutschstämmigen Juden beim Rekonstruieren ihrer Familiengeschichte.

1. Das Projekt Shalom Europa ist von Anfang an von der Umwelt wohlwollend und großzügig begleitet worden. Neben öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden (etwa Aktion „Ein Stein für die Steine”) haben viele Bürger vor allem über die Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken --  ihr Interesse und Engagement bekundet. An einem mehrmonatigen Kurs „Projekt Tora” haben im Durchschnitt jeweils 180 Personen teilgenommen. Mehr als 70 davon haben dabei mit einer Prüfung die offizielle Anerkennung als ehrenamtliche Synagogen- und Museumsführer erhalten. Selbstverständlich wird der neue Gemeindesaal mit 400 Plätzen demnächst auch der Begegnung zwischen Juden und Nichtjuden dienen.

Ansprechpartner für das Projekt Shalom Europa

Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg , Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Mitglied im Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland.. Tel. (0) 931 404 414-0.

Albrecht Fürst zu Castell-Castell, Sprecher des Initiativkreises ”Shalom Europa”. .
Tel (0) 9325-60180

Prof. Dr. Dr. Karlheinz-Müller, Wissenschaftlicher Leiter des Projekts ”Shalom Europa. Tel.(0) 931 24672.

Gerhard Grellmann, Dipl-Ing. Architekt BDA, Partner im Architekturbüro Grellmann Kriebel Teichmann (www,gkt-architekten.de). Tel. (0)931-32193-0.

Rosa Grimm, Geschäftsführerin der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken e.V. Tel (0)931 273013.

Karl Grün, Mitglied des Initiativkreises Shalom Europa - bei generellen Anfragen und Hilfe beim Arrangieren von Besuchs- und Gesprächsterminen. Email: kgrun@gmx.net.

Shalom Europa -  New Jewish Presence in the Heart of Germany

Shalom Europa, the New Jewish Community Center in Wuerzburg and Unterfranken was officially opened on October 23, 2006 / 1 Cheschwan 5767. A brief description of some of its special angles from which it might be looked at:

· Shalom Europa houses the largest find - worldwide - of gravestones and gravestone fragments from of a medieval Jewish cemetery. The socalled „Judensteine aus der Pleich” - more than 1500 of them and dated between 1129 and 1346 -  were accidentally rediscovcered on a construction site in Wuerzburg a few years ago. Now placed in the basemant of the building complex, symbolically its foundation, they serve as the cultural memory of a  Jewish community recognised for centuries as a religious and intellectual center throughout Europe.

· The inscriptions on these stones have been preserved in astounding quality. Research and scientific evaluation of these inscriptions have already had sensational results. Medieval Wuerzburg once was one of the great European centers of „Limmud” and „Talmud Tora”. Publication of the final research results is expected at the beginning of 2007. (Authors: Karlheinz Mueller, Wuerzburg; Schim’on Schwarzfuchs, Tel Aviv; Rami Reiner, Jerusalem).

· A selection of the gravestones will be presented in a museum, also in the building. It will be not a usual museum. Nor will it be just a further memorial. On show will be the historic continuity of Jewish life right into the 21st century -  for the new members and their children as well as for visitors with no Jewish background.

· Unterfranken - in the heart of Germany -  once was the region with the densest agglomeration of Jewish settlements in all of Germany. In the 19th century the „Wuerzburg Orthodoxy” gained a  worldwide reputation as an intermediary between disputing Jewish reform factions. The Wuerzburg based „Israelitische Lehrerbildungsanstalt” (ILBA) was until the Shoah one of the leading European institutions of its kind. Jewish citizens from Wuerzburg and Unterfranken were -  and still are - recognised for their contributions to society in general -  nationally and  internationally: as scholars, artists, writers, journalists, politicians and entrepreneurs

· Shalom Europa not only provides space for the manyfold facilities needed for a community which, since 1990, has increased in numbers considerably -  to-day 80 percent of its members are migrants from countries in the former Soviet Union. It also serves as a meeting point at which Jews from outside the region can learn more about their religion and the Jewish approach to life. An example for this is a youth center established in cooperation with the Ronald. S. Lauder Foundation, New York. This center runs seminars providing Shabbat programs and religious education for young people from the rest of Germany and neighbouring countries.

Shalom Europa also houses a Dokumentationszentrum fuer juedische Geschichte und Kultur. This archive and research facility is jointly run by the City of Wuerzburg and the Bezirk Unterfranken. An information service - the Ephraim-Gustav-Hoenlein-Project -  also has an office in the building. Established with the help of the Ronald S. Lauder Foundation it can assist jews of German origin to reconstruct their family histories.

From first preparations and through all building phases the project Shalom Europa had a favourable resonance within the wider community of Wuerzburg and beyond. Public grants and private donations (f.i. through „Ein Steine fuer die Steine”) were decisive in achieving the bulk of the funding goals (Euro 11.7  million) - a  final gap of around Euro 700.000 still needs to be bridged.

More important in this context, though, is the generally positive attitude of ordinary citizens towards the project. In particular members of the Gesellschaft fuer christlich-juedische Zusammenarbeit in Wuerzburg und Unterfranken (with membership approaching 500)  continue to show an immense interest in Shalom Europa and its goals. „Pojekt Tora”, a seminar with evening classes run in conjunction with the University of  Wuerzburg for almost a year, was attended, on average, by 180 people at each session - 65 of the participants passed a voluntary final examination licensing them as „official synagogue guides”. An assembly hall within Shalom Europa seating 400 persons will in future undoubtelly be used as a  place for an even more intense exchange between Jews and the general public.

(Nov 1 2004)

 Kontakte

Dr. Josef Schuster, Vorsitzender Israelische Kultusgemeinde Wuerzburg, President Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Member of Zentrat der Juden in Deutschland.. Tel. + 49 931 404414-0

Albrecht Fuerst zu Castell-Castell, Speaker Initiativkreis Shalom Europa. Tel + 49 9325 60180.

Prof. Dr. Dr. Karlheinz Mueller, Scientific Director Project Shalom Europa. Tel + 49 931 24572.

Gerhard Grellmann, Partner Architekturbuero Grellmann Kriebel Teichmann
(www.gkt-architekten.de). Tel + 49 83132193-0.

Rosa Grimm, Gesellschaft fuer christlich-juedische Zusammenarbeit in Wuerzburg und Unterfranken e.V. Tel. +49 931 273013.

Karl Gruen, member Initiativkreis Shalom Europa - for general enquiries and assistanc in setting up visits and/or personal interviews.

 
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