Rabbiner und Rechtsgelehrte

Würzburg war über viele Jahrhunderte hinweg ein bedeutendes Zentrum aschkenasischer Gelehrsamkeit und jüdischen Lebens in Deutschland. Die chronologische Liste der Rabbiner in und aus Würzburg und dem unterfränkischen Umland beruht im wesentlichen auf Angaben aus „Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirks Würzburgs“ von Bamberger, Herz (Wandsbek und Würzburg 1906) und „Biographisches Handbuch der Würzburger Juden 1900 - 1945“ von Reiner Strätz.
 

 

  Darstellung der Gesetzestafeln über dem Thora-Schrein in der Würzburger Synagoge
Isak ben Moses – ermordet 1147

Isak ben Eljakim – Bruder des Hiskia ben Eljakim, Märtyrer 1147

Mose – ermordet zusammen mit seiner Frau Belet 1147

Eliëser ben Nathan (RAWAN) – geb. 1090. Deutsche Tossafistenschule. Hauptsitz und -tätigkeit in Mainz. Längere Zeit auch in Würzburg. Beerdigt in Mainz 1170. Verfasser von Even haEser. Seine vier Schwiegersöhne waren Rabbi Sammel ben Natronai, Rabbi Joel haLevi, Rabbi Uri und Rabbi Eljakim.

Joel ben Isaak haLevi – Schwiegersohn von Rabbi Eliëser ben Nathan. Geboren in Würzburg 1110. Studium in Regensburg. Einer der größten Tossafisten. In seinen letzten Jahren Rabbiner in Köln. Gestorben 1180. Zusammengefasste Gebetsstücke für Versöhnungstage und Trauertage.

Hiskia ben Eljakim – lebte 1170 in Würzburg. Erwähnt in Sefer Schira

Eliëser ben Joel haLevi (RAVIAH) – geb. 1140. gest. 1225. Diente in Würzburg anfangs des 13. Jahrhunderts. Verfasser der Bücher Avi Haevro.

Isak ben Mose – geb. 1180, gest. 1260 Aus Wien. Verfasser Or Sarua. Berühmtester Schüler des Rabbi Eliëser ben Joel haLevi (RAVIAH)

Samuel ben Menachem – geb. ca 1230. Würzburger Tosafistenschule. Diente in Bamberg, danach in Würzburg. War Lehrer des Meir ben Baruch von Rothenburg (MAHARAM)

Isak ben Jonathan – Zeitgenosse des RAVIAH

Meir Baruch von Rothenburg (MAHARAM) – 1220 Worms oder Rothenburg - 1293 Ensisheim (Elsass). Schüler des OR SARUA in Würzburg

Isak ben Ascher ha Levi – ca. 1200 - 1221. Gerädert 1221. Schüler des Eliëser ben Joel haLevi

Salomon ben Samuel – lebte 1232 in Würzburg. In einer Münchener Handschrift als gelehrter Kopist erwähnt

Meschullam ben David – ca. 1240 in Würzburg

Elasar haDarschan ben Mose – ca 1250 in Würzburg. Seine Mutter war eine Schwester von Jehuda haChassid

Jakob – ca. 1250 in Würzburg. Talmid Chacham. Erwähnt von Zidkijahu ben Abraham

Jonathan ben Isaak – ca. 1250 Talmudist in Würzburg

Jonathan der Jüngere – ca. 1250 In Würzburg. Schüler des OR SARUA und Freund von Rabbi Meir von Rothenburg

Ahron ben Jonathanca – 1260 Sohn des Jonathan ben Isaak

Hillel ben Esra – ca. 1270 Schüler Meir ben Baruchs von Rothenburg

Meschullam ben Meir – Schüler Mir ben Baruchs von Rothenburg

Hiskijahu– lebte 1270 in Würzburg. Schüler des Raschpah

Menachem ben David – Partner des Menachem ben Natronai, ca 1270

Menachem ben Natronai Kobelin – ca. 1250 bis 1289 in Würzburg. Magister Universitatis Judaeorum Herbipolensium. Zehn seiner Söhne und Töchter wurden 1298 in Würzburg ermordet

Chamlin ben Ephraim – ermordet mit Familie 1298 in Würzburg

David ben Meir – mit seiner Familie 1298 ermordet

Elia ben Samuel – ermordet mit Frau und Sohn 1298

Ephraim ben Abraham – wurde 1298 mit seiner Familie im Gemeindebad ertränkt

Isak ben Natan – mit seiner Familie 1298 ermordet

Jechiel ben Ephraim – ermordet mit seiner Familie 1298

Josef ben Nathan – ermordet mit seiner Familie 1298

Meir ben Elasar haDarschan – ermordet 1298

Simon ben Jakob haLev – 1298 in seiner Wohnung erschlagen

Abraham ben Moses – Schüler des Rabbiner Kubil (ca. 1330)

Asriel ben Eliëser – Verfasser eines Abschnitts im Midrasch Schoftim. Gestorben im Verfolgungsjahr 1349

David (haKohen?) – ermordet 1349. Mitglied des Rabbinerkollegiums

Goldknauf – ermordet 1349. Gehörte zum Würzburger Rabbinerkollegium

Simon ben Levi – letzter Rabbiner der Judengemeinde 1349. „Ging in den freiwilligen Flammentod“.

Suesslein – 1403 bis vor 1422 Rabbiner in Würzburg

David – Rabbiner in Würzburg. Vom Bischof ernannt

Moses Minz – möglicherweise vor 1469 Rabbinerfunktion in Würzburg. Später Rabbiner in Bamberg und Posen

Elia ben Jirmijahu – Neumark ca. 1650 Rabbiner des Würzburger Kreises. Rabbiner von Hammelburg, später in Hanau

Benjamin Se’eb Wei – Rabbinatskollegium Würzburger Kreis? /1665). Approbation zu Nachalat Schavua (zusammen mit Rabbi Wolf Traub)

Salomon Rothschild – wahrscheinlich Landesrabbiner des Würzburger Kreises um 1666. Verwandtschaft mit den Frankfurter Rothschilds

Moses ben Israel – Hammelburg Nach 1671 Rabbiner in Würzburg (Heidingsfeld?). Kommentar zu Pirkej Avot (Beth Avot) und zu Schirej ha Maalot (und Psalm 104)

Nathan ben Jehuda – Rabbiner des Würzburger Kreises ca. 1700. Erwähnt im Veitshöchheimer Memorbuch

Nathan Ahron Esriel ben Chajim – Rabbiner des Würzburger Kreises ca 1700

Eliëser Elsass – Gründer der Chevrath Gmiluth Chassadim. Ca. 1688 Rabbiner in Heidingsfeld (Würzburger Kreis)

Israel Eliëser ben Nathaniel – ca. 1690 in Heidingsfeld (Erwähnt im Heidingsfelder Memorbuch)

Israel ben Koppel Fränkel – ca. 1650 Wien - 1700. Rabbiner in Heidingsfeld (Würzburger Kreis) 1695 bis 1700. Mischeberach für kein Stam Yaijn, Cherem für Stam Yaijn. Wieder Exulant. Seine Frau stiftete Parochet für Heidingsfelder Synagoge

Simeon ben Israel Fränkel – ca. 1670 - 1727. Rabbiner in Heidingsfeld 1707 bis 1727. Psalmen auf Pergament für Heidingsfelder Synagoge. Rabbiner in Marktbreit (Schwarzenberg) und Grabfeld (Burgpreppach oder Kleinsteinach)

Meir – Rabbinatsassessor ca. 1680

Jakob ben Arje Löb – von Reckendorf bei Bamberg ca. 1700. Von 1727 - 1742 Rabbiner im Würzburger Kreis (Heidingsfeld), vorher Rabbinatsassessor in Pressburg

Moses Löb Reckendorf – Sohn des Jakob ben Arje Löb. Zwei Jahre Rabbinatsassessor in Heidingsfeld 1763 verstorben

Jechiel Heitzfeld – Vorsteher und Stadlan des Würzburger Kreises 1736

Mordechai ben Bär Issachar Jittlich (Jeiteless) von Prag – ca. 1750 zehn Jahre Rabbiner in Heidingsfeld

Simon Bunem Kahana Rappoport – ca. 1760 Unterrabbiner in Heidingsfeld. Später Rabbiner in Marktbreit, Wallerstein, Bonn (1788). Gest. in Bonn 1816. Verfasser Chiduschej HaRaschbatz (Novellen des Simon ben Zivi) - Fürth 1779, Sefer Farferet Raschbatz (Kommentar Pirkej Avot, Psalm 119) - Fürth 1807

Arieh Löb Baruch haKohen Rappoport – 1693 Fürth - 1780 Heidingsfeld. 1742 bis 1780 Oberrabbiner des Würzburger Kreises in Heidingsfeld. Viele Approbationen. Seidener Parochet für die Heidingsfelder Synagoge

Abraham Sundheim – Mitglied des Rabbinatskollegium Heidingsfeld. Gest. 1791 (beerdigt in Allersheim)

Joel Schames – gest. 1804. 42 Jahre „treuer Diener der Gemeinde“. Sehr engagiert beim Bau der Heidingsfelder Synagoge 1780

Jehuda Löb Farrenbach – ca. 1720 - 1794. Rabbiner des Würzburger Kreises 1783. Soll sieben Söhne gehabt haben, die alle Rabbiner waren. Verfasser Bigdej Kohuna, eben haEser Nr.7

Moses Löb ben Kalman Hatzfeld – 1735 - 1810. Lehrer und Unterrabbiner in Heidingsfeld 1766 - 1810. Vater von Judith Bamberger, der Mutter des Würzburger RAV

Koppel Hayum von Schonungen – 1768 - 1815 Unterrabbiner in Heidingsfeld

Abraham Bing – geb. 1752 in Frankfurt/M. Schüler von Rabbi Nathan Adler aus Frankfurt. Mitschüler von Rabbi Mose Schreiber („Chatam Sofer“). 1792 amtierte er als Rabbiner von Würzburg mit Hauptsitz in Heidingsfeld. Unter seinen Schülern war Rabbi Jakov Ettlinger („Aruch Laner“). Gest. 1.3.1841. Beerdigt in Höchberg

Seligmann Bär Bamberger – 6.11.1807 in Wiesenbronn - 13.10.1878 Würzburg. Rabbiner in Würzburg von 1840 - 1878. Verfasser Amirah le Beth Jaakob (1853), Melechet Schamaijm (1855), Jizchak j’rannen (1861/62), Morej leSobchim (1864), Nachala deBasch (1867), Kore b’Emeth (1867) zusammen mit Adler/Aschaffenburg und Lehmann/Mainz, Übersetzung des Pentateuch

Nathan Bamberger - 1842 Wiesenbronn - 1919 Würzburg. Rabbiner in Würzburg 1880 - 1919. Verfasser: Pkidat hal.eviim, Leitfaden für den israelischen Religionsunterricht, zusammen mit seinem Bruder Simcha Bamberger Kommentar über Brachot und Taanith von Ahron hal.evi

Siegmund Hanover – 1880 Wandsbek - 1964 Haifa//Israel. Rabbiner in Würzburg 1920 - 1939

Selig S. Auerbach – 1906 Hamburg - ca. 1990 Rochester/NY? Zweiter Rabbiner (Jugendrabbiner in Würzburg). Rabbiner Recklinghausen. Rabbiner Lake Placid/NY

Jakob Jekutiel Neubauer – 1895 Leipzig - 22.3.1945 KZ Bergen-Belsen. Seminarrabbiner ILBA Würzburg

Magnus Weinberg – 1867 Schenklengfeld - 1943 Theresienstadt. Bezirksrabbiner in der Oberpfalz und Niederbayern. Pensionierung 1936. Geistliche Betreuung der Würzburger Gemeinde nach der Auswanderung Rabbiner Hanovers

Nach 1945 verschiedene Religionslehrer in Würzburg (Wanderlehrer)

Jakov Ebert geb. 1.1.1948 Seit August 2001.
Der erste Rabbiner in Würzburg nach der Schoah
 
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