Problemfelder

Der „Kulturschock“ des Wechsels in ein neues Gesellschaftssystem bringt für die Zuwanderer vielfältige Schwierigkeiten im familiären, zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Bereich mit sich. Sie müssen erkennen, dass sie in ein Land gekommen sind, das sich mit dem im Herkunftsland zurechtgelegten Deutschlandbild nicht oder nur bedingt deckt. Die Strukturen einer hochindustrialisierten Leistungs- und Konsumgesellschaft sind für sie neu.

Die Akzeptanz der jüdische Zuwanderer ist, ähnlich wie die der Spätaussiedler, nicht selbstverständlich. Gleichgültigkeit bis hin zu starker Ablehnung sind nicht selten. Bei den Einheimischen ergeben sich dann Probleme, wenn man aufgrund der Zuwanderung Engpässe im eigenen Alltag spürt, etwa in der Beschaffung von Wohnraum und Arbeitsplätzen. Wenn der Verdacht aufkommt, die neuen Bürger würden bevorzugt, werden diese als unliebsame Konkurrenz empfunden.

Unter den erwachsenen Zuwanderern wird der Druck der Umstellung dann als belastend empfunden, wenn sie feststellen, dass sie beispielsweise nach dem Wechsel in die Bundesrepublik beruflich nicht einfach wieder da beginnen können, wo sie aufgehört haben. Zu groß sind oft die Unterschiede in den qualifizierenden Abschlüssen und Berufsinhalten. Im Vergleich zu den Spätaussiedlern werden ihre Berufsausbildungen nicht anerkannt. Dazu kommen Sprachprobleme. Bei den Arbeitsagenturen sind die Neuankömmlinge nicht selten zwar als hochqualifiziert, aber als nicht vermittelbar gemeldet.

Kinder und Jugendliche gewöhnen sich schneller ein, etwa beim Erlernen der neuen Sprache. Doch von den Beratern zunächst nicht immer genau feststellbare Unterschiede bei ihren Vorkenntnissen und Schulerfahrungen erschweren die Umstellung. Jugendliche in der Pubertätsphase müssen dazu auch die Probleme verarbeiten, die aus der abrupten Loslösung von den sie bestätigenden Gleichaltrigengruppen im Herkunftsland kommen.

 
 
 
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