Das Ergebnis
 

Die Baukörper des Jüdischen Gemeindezentrums mit ihren unterschiedlichen Nutzungen gruppieren sich um einen in sich ruhenden, zu Kommunikation einladenden Innenhof. Die Zugänge zur Synagoge, zur Verwaltung, den Gemeinderäumen, dem Museum sind klar definiert. Der Besucher freut sich über die Einblicke. Im Nordosten öffnet sich das neu gestaltete Foyer der bereits 1970 eingeweihten Synagoge, die als geistliches Zentrum mit ihrer Kuppel von überall sichtbar bleibt.  Der Lärm der Bahnlinie im Südosten wird mittels eines langgestreckten geschlossenen Baukörpers abgeschirmt. Die in diesem Flügel untergebrachten Gemeinde- und Seminarräume sind zum Innenhof orientiert. Die vor den Räumen gepflanzte Baumreihe gibt ihnen ihre Individualität. Analog orientieren sich auch die Räume des Westflügels. Man erhält einen Einblick in die Welt des Museums und in das darüber liegende Gemeindefoyer. Die Jugend- und Übernachtungsräume in den Obergeschossen profitieren ebenso wie der rückwärts angeordnete Altenclub und die Hausmeisterwohnung von dem geschützten Bereich.

Der Kopfbau an der Valentin-Becker-Straße zeigt das Gemeindezentrum im städtischen Raum, gibt ihm durch seine Gestaltung, die Verwendung von Schönbrunner Sandstein, der entfernt an die Tempelmauer in Jerusalem erinnert, und durch die dem David-Schuster-Saal vorgelagerte künstlerisch gestaltete Glasfront einen eigenen Akzent. Das kunstvoll gestaltete Glasbild schützt vor allzu genauer Einsicht, vor Lärm und zusammen mit der integrierten Lamellenanlage vor starkem Sonnenlicht. Erreicht ist Transparenz und Offenheit auch nach außen.

 

 

   

Vor dem Jüdischen Gemeindezentrum weitet sich der Gehsteig zu einem Vorplatz, der anregt die Schritte zu verlangsamen. Die einladende Passage zeigt den Eingang zu den Gemeinderäumen, zum Museum und zum jüdischen Dokumentationszentrum und läßt den schönen Innenhof mit den schon beschriebenen Bereichen spüren. Besucher, Gäste, die Gemeinde sammeln sich im Hof. Sie stehen hier zugleich über dem ausgewiesenen Fundament der Würzburger Judengemeinde, den sorgfältig archivierten und dort gelagerten mittelalterlichen Grabfsteinfunden. Das Leben der jüdischen Gemeinde, die täglichen Begegnungen, die Ruhe des Schabbat, die Freude an großen Festen wird durch diese Gebäudeordnung gefördert.

Das Museum ist zur Straße optisch geschlossen, doch vom Innenbereich überall einsehbar. Erdgeschoß und Untergeschoß sind durch hohe Lichträume zu einer Einheit verschmolzen und die freistehende Treppe in atmosphärischer Raumdichte erlebbar. Jüdisches Leben ist mittels Texten, Fotografien, herausgehobenen ausgestellten mittelalterlichen Grabsteinfragmenten, themenbezogenen Objekten, sowie Bild- und Filmsequenzen sorgfältig ins Licht gesetzt.

Darüber befinden sich die Festräume der Gemeinde, durch das offenen Foyer fließend miteinander verbunden. Der Festsaal, transparent, aber nicht nach außen offen, mehrfach teilbar, mit eingestellter Empore ist auch synagogal nutzbar.

Auf der anderen Seite ist der Zugang zur Synagoge. Die verbindende Brücke läßt sich am Laubhüttenfest als Sukkah zum Himmel öffnen und führt über eine weitere Foyerzone zur Synagoge. Der Speisesaal wird durch die zentral gelegene Koschere Küche versorgt.

Die innere Struktur des Gebäudes ist von außen ablesbar. Der Charakter der eingesetzten Materialien prägt den Bau: Naturstein in Verbindung mit Glas, Stahl, Aluminium in den Fassaden zur Straße, Putzflächen zum Hof,  weiße Wand- und Deckenflächen, Naturstein, helles Ahornparkett, einfarbiges Linoleum am Boden. Dazu die Holzoberflächen der Wandverkleidungen im Saal und Foyer, ebenso der Türen und Fensterbänke. Die Möblierung wurde sorgfältig auf die einzelnen Raumbereiche abgestimmt.

 
 
   
 
 
РУССКИЙ
ENGLISH
DEUTSCH