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Fränkische Nachrichten: 8. Dezember 2003: Blick in die Tora-Rolle
Es ist eine Ausstellung, die den jüdischen Gebrauch der Bibel ausschließlich mit jüdischen Argumenten erklärt; eine bisher in Deutschland einmalige Präsentation zum „Jahr der Bibel”. „Wir zeigen die jüdische weise des Umgangs mit der Bibel lauf - vom Gebrauch der Tora-Rolle bis zur Auslegung der hebräischen Bibel”, betont Organisator Professor Dr. Dr. Karlheinz Müller, Bibelwissenschaftler an der Universität Würzburg. ..”Die Bibel - wie Juden sie lesen” ist in den bislang fertiggestellten Gängen des Neuen Jüdischen Gemeinde- nd Kulturzentrums „Shalom Europa” in Würzburg zu sehen...

Glaube aktuell - 27. November 2003: Die Bibel - wie Juden sie lesen”
Die Bibel wieder öffentlich ins Gespräch bringen - das war das erklärte Ziel des „Jahres der Bibel 1003”. Ein Jahr lang gab es Workshops, Vorträge und Ausstellungen. Doch ein Aspekt wurde dabei schlichtweg vergessen: Dass auch Juden Bibel lesen. Deshalb gibt es nun noch eine Ausstellung, die sixch mit exakt diesem Thema beschäftigt: mit der Bibel, wie Juden sie lesen.

„Die Bibel wurde in den vergangenen zwölf Monaten vor allen Dingen unter dem Aspekt der beiden großen christlichen Konfessionen betrachtet, findet Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. „Dabei ist die Tora, also die fünf Bücher Mose, doch etwas, das es bereits vor der Existenz des Christentums gab; es ist eine Verbindung zwischen Juden- und Christentum. Dass das Judentum trotzdem of als etwas Fremdes oder gar Obskures betrachter wird, begreife ich nicht”..

„Wir hätten keinen besseren Zeitpunkt für die Ausstellung wählen können”, ist Schuster fest überzeugt: Wir wollen auf diese Weise die jüdischen Bräuche und die Kultur in die Gesellschaft tragen und sie bekannt machen...”

Main-Post, 10. November 2003: „Es war nicht mehr gut danach”
Den Blick nach Jerusalem gerichtet, haben Menschen in der ehemaligen Synagoge in Gaukönigshofen. Sie gedachten des Terrors gegen die jüdischen Bürger, der vor 65 Jahren in der Progromnacht begann....

„Wir können es nicht korrigieren, was passiert ist, wir können versuchen, neueWege zu Ihrem Volk zu finden”, erklärte stellvertrender Landrat Paul Lehrrieder an Rabbi Jakov Ebert gerichtet. Eine Reise des Landraes nach Mate Yehuda, dem israelischen Partnerlandkreis, stehe gerade wieder bevor....

Die ehemalige Synagoge in Gaukönigshofen ist seit 15 Jahren Gedenkstätte des Landkreises Würzburg für die jüdischen Opfer des Holocaust aus dem Landkreis Würzburg. Sie war, so (Mainpost-Redakteur) Flade, allein deshalb am 1. November 1938 nicht abgebrannt worden, weil sonst das ganze Viertel gwefährdet worden wäre und der Getreidespeicher nebenan sei voll gewesen...

Main-Post, 7. November 2003: „Der Betrachter wird zum Augenzeugen”
„Ich war in meinem Leben selten so betroffen”, sagte Bezirkstagspräsident Albrecht Graf von Ingelheim nach einem Rundgang durch die Würzburger Ausstellung „Wege in die Vernichtung - Die Deportation der Juden aus Mainfranken 1941 - 1943”. Die Ausstellung in der Neuen Universität am Sanderring zeigt erstmals einer breiten Öffentlichkeit das so genannte „Fotoalbum” von der Deportation mainfränkischer Juden. Veranstalter sind das Staatsarchiv Würzburg und das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Unterfranken. Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns, nannte die Aufnahmen eine „in Deutschland praktisch einmalige Quelle”. Hiner dem Begriff „Fotoalbum” verbirgt sich eine Serie von 119 Aufnahmen, die Szenen aus den ersten drei Juden-Deportationen aus Würzburg und Kitzingen zeigen. Die Sammlung gilt als größter Bestand von Deportationsfotos überhaupt...

Main-Post, 30. Mai 2003: Stewens lobt Shalom Europa - Bayerns Sozialministerium bringt Interesse mit, aber nicht mehr Geld
„Man sieht, dass es ein Glanzstück wird in Würzburg”. Chista Stewens, Bayerns Sozialministerin, fand der lobenden Worte bei ihrem Besuch im jüdischen Kultur- und Gemeindezentrum Shalom Europa nicht genug. „Das ist hervorragende Arbeit, die Sie hier leisten”, bescheinigte Stewens dem Initiativkreis und Vorsitzenden der Israelitischen Gemeinde, Dr. Josef Schuster...Stewens lobt vor allem die Verbindung von kulturellen, religiösen und sozialen Aspekten unter dem Dach des neuen Hauses. „Es wird Ausstrahlungskraft auch auf das Leben der nichtjüdischen Bürger in Würzburg und und weit darüber hinaus haben”. Was die Integration der neuen Gemeindemitglieder aus der ehemaligen Sowjetunion betreffe, „da können wir viel von Ihnen lernen”, so Stewens zu Schuster...

Pressemitteilung Bayerisches Sozialministerium, 27. Mai 2003: Neues jüdisches Kultur- und Gemeindezentrum in Würzburg - Sozialministerin Stewens betont soziale, kulturelle und wissenschaftliche Bedeutung - steigende Zahl jüdischer Gemeindemitglieder in Bayern
Auf die „außergewöhnliche soziale, kulturelle und wissenschaftliche Bedeutung“ des neuen jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums in Würzburg hat Bayerns Sozialministerin Christa Stewens heute bei einem Besuch im Gemeindezentrum hingewiesen, dessen erster Bauabschnitt vor wenigen Tagen eingeweiht wurde. Das Zentrum soll im Jahr 2006 fertig gestellt werden.Nach den Worten der Ministerin wird es einen Mittelpunkt für das jüdische Leben in Unterfranken bilden und Ausstrahlungskraft auch auf Bürgerinnen und Bürger anderer Konfessionen haben. Stewens: „Die deutliche Erweiterung der Gemeinderäumlichkeiten schafft verbesserte Integrationsmöglichkeiten für die neu zugezogenen Gemeindemitglieder aus den ehemaligen GUS-Staaten - nach der Öffnung der Grenzen zu Osteuropa steigt deren Zahl rapide an.“ So vervierfachte sich in Würzburg die Zahl der Gemeindemitglieder von 220 im Jahre 1993 auf jetzt 1.100; bayernweit stieg sie in diesem Zeitraum von rund 6.000 auf etwa 18.000. Zudem sei in Zusammenarbeit mit der ‚Lauder-Foundation, New York’ die Errichtung einer Jüdischen Jugendbegegnungsstätte für Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet und verschiedenen Staaten Europas geplant; die ‚Lauder-Foundation’ hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, jüdisches Leben in Mitteleuropa nach den Geschehnissen des Holocaust zu stärken. Stewens: „Auch werden in dem neuen Zentrum 1496 Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente unterkommen, die 1987 beim Abbruch eines Hauses in der Würzburger Pleich gefunden wurden und die den weltweit größten Fund eines mittelalterlichen Friedhofs darstellen. Anhand der Inschriften kann praktiziertes Judentum modellhaft dargestellt werden.“ Bayern unterstützt das Jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum ideell und finanziell. „Wir sind uns des großen kulturellen Beitrags der jüdischen Bevölkerung ebenso bewusst wie unserer geschichtlichen Verantwortung. Um dem jüdischen Leben bessere Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, beteiligt sich Bayern in großem Umfang an den Baukosten - von den geplanten Gesamtkosten in Höhe von über 14 Millionen Euro tragen der Freistaat 3,6 Millionen, der Bezirk Unterfranken 0,5 Millionen sowie die Bayerische Landesstiftung 1,5 Millionen“, erläuterte Stewens.

Main-Post, 23. Ami 2003: „Ein Traum beginnt Wirklichkeit zu werden”
„Ein Traum beginnt Wirklichkeit zu werden”, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken, Dr. Josef Schuster, bei der Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts des neuen Gemeinde- und Kulturzentrums „Shalom Europa” in Würzburg... Anlässlich des Einzugs brachte Rabbiner Jakov Ebert dem jüdischen Brauch gem0äß an der Eingangstür eine Mesusá an. Dabei handelt es sich um ein Pergamentpapier mit zwei zentralen Bibeltexten, das in einer Metallkapsel im oberen Drittel des rechten Türpfostens angebracht wird, nach oben zeigend in der Richtung, in der man das Haus betritt. Ihren Ursprung hat die Mesusá im 5. Buxh Moese des Alten Testaments.

Der neue Gebäudetrakt sei das erste Bauteil einer jüdischen Gemeinde in Bayern, das seit dem Beginn der Zuwanderun osteuropä0ischer Juden Anfang der neunziger Jahre in Betrieb geht, betonte Schuster vor zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Kirchen und Gesellschaftt sowie des Initiativkreises „Shalom Europa”, der dieses Projekt maßgeblich auf den Weg brachte..

Süddeutsche Zeitung, 20. Mai 2003: Shalom Europa -In Würzburg wird heute das neue jüdische Gemeindezentrum eröffnet  - Von Olaf Przybilla
Nein, Melancholie beschleicht den Rabbiner Jacov Ebert nicht, als er seine Sachen aus dem alten Gemeindetrakt räumt. Das altehrwürdige Gebäude wird zwar demnächst abgerissen und Ebert hat dort schöne Tage erlebt, seit er vor knapp zwei Jahren das Amt als erster Würzburger Rabbiner nach der NS-Diktatur antrat. Für Melancholie aber nimmt sich der Rabbi keine Zeit: „Es muss ja voran gehen mit der jüdischen Kultur in Würzburg. “ Und es geht auch voran: Heute wird in Sichtweite das altes Traktes der erste Teil des neuen Gemeindezentrums „Shalom Europa“ eröffnet – und Rabbi Ebert hofft, dass sich „hier künftig wieder eine so lebendige jüdische Gemeinde“ entwickeln kann, wie es knapp 900Jahre lang Tradition war in Würzburg. 2800jüdische Gläubige zählte die Gemeinde vor 1933. Sie war ein Zentrum des orthodoxen Judentums in Deutschland, seit der Rabbiner Seligmann Bär Bamberger in Würzburg gelehrt und von 1864 an das jüdische Lehrerseminar zu einer bedeutenden Bildungseinrichtung gemacht hatte. Nach dem Krieg wurde die jüdische Gemeinde neu gegründet und gilt seitdem als die einzige in Nordbayern mit einer intakten traditionell-jüdischen Infrastruktur. Seit 1945 wird dort jede Woche ein hebräischer Schabbat-Gottesdienst abgehalten, in den Gemeinderäumen wurde es in den letzten Jahren freilich eng: Vor allem durch den Zuzug aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion ist die Gemeinde auf mittlerweile 1100 Mitglieder angewachsen. „Orthodox erzogen“, sagt Jacov Ebert, „sind von den Zugezogenen die Wenigsten“. Der jüdische Religionsunterricht ist gleichwohl nur ein Teil der Arbeit. Die Gemeinde, hofft Marat Gerchikov, kann sich deshalb künftig viel mehr als bislang auch der Sozial- und Bildungsarbeit annehmen. Gerchikov ist 2.Gemeinde-Vorsitzender und richtet gerade den Sprach- und Computerraum ein. Die Hemmungen der russlanddeutschen Juden, glaubt er, „kann man hier viel leichter abbauen als andernorts“.
„Shalom Europa“ ist das erste von drei neuen jüdischen Gemeindezentren in Bayern. Während man in Bamberg vor knapp einem Monat mit dem ersten Spatenstich begann, folgt die jüdische Gemeinde in München im September. Vollendet ist der Gemeindebau in Würzburg noch nicht: Nur der erste Teil des vom Freistaat, dem Bezirk Unterfranken, der Landesstiftung sowie der New Yorker „Lauder-Foundation“ finanzierten 12Millionen-Euro-Projekts wird am Dienstag eröffnet. Bis Ende 2005 – wenn das Zentrum fertig gestellt sein soll – befürchtet Gemeinde-Vorsitzender Josef Schuster deshalb die gewohnte räumliche Enge: Schließlich wandert bis dahin auch das Dokumentationszentrum für die Geschichte des Judentums in Unterfranken in den neuen Trakt. Diesem soll später zusammen mit den 1987 im Würzburger Stadtteil Pleich gefundenen Grabsteinen des ehemaligen Würzburger Judenfriedhofs ein eigener Bereich gewidmet sein. Die rund 1500 Steine gelten als weltweit größter Fund eines mittelalterlichen jüdischen Friedhofs.

Leporello, Nr. 3-4 2003: Begehbares Judentum -  Das neue jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum wird erweitert (von Dr. Rose Liebert)
Noch geht es über Baubretter durch einen provisorischen Seiteneingang hinauf in die Synagoge. Doch wenn Ende April der erste von zwei Bauabschnitten des neuen jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums Shalom Europa in der Valentin-Becker-Strasse 11 in Würzburg fertgiggestellt sein wird, glangt man durch einen östlichen Baufl0ügel mit Anschluss an das Erdgeschossfoyer in die Synagoge. Im Zuge der Neu- und Umbauarbeiten wurden ferner der Foyerbereich umgebaut, die Frauenempore erweitert und Nebengebäude der bestehenden Synagoge abgebrochen. Unter der späteren Hoffläche wird ein Grabsteinlager für Teile der Grabsteinfunde aus der Pleich errichtet...Doch es sind nicht die Baumassnahmen, um die es hier primär gehen soll. Worauf es eigentlich ankommt ist vielmehr, dass es sie überhaupt gibt. Es gibt in Würzburg wieder jüdisches Leben...Mehr als 100.000 jüdische Zuwanderer kamen bisher nach Deutschland, davon etwa 1100 nach Würzburg. Da sie aber in der Sowjetunion ihre Religion nicht ausüben durften, sondern diskriminiert wurden, konnten sie folglich seit mindestens zwei Generationen keine Juden mehr sein. Jüdischen Immigranten fehlt oft also die Jüdischkeit, und die Anforderungen einer jüdisch-orthodoxen Lebensgestaltung kennen sie nicht. Genau dies aber soll im neuen jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum gelehrt und gelebt werden: der Schabbat, die Riten, die Feste. Gottesdienste werden auf hebräisch gehalten. Man legt Wert auf die historische Kontinuität des traditionell jüdischen Lebens...

An den Wänden der Räume und Korridore des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums findet man Notizen in drei verschiedenen Schriften und Sprachen: in hebräisch, russisch und deutsch...Das Gemeinde- und Kulturzentrum soll ein Treffpunkt für Juden untereinander sein, für Durchreisende, die hier koschere Küche erhalten, und für Nichtjuden, die jüdisches Leben kennen lernen wollen.

MLK-Magazin Gemeindebrief der Martin-Luther-Kirche Würzburg, 12. März 2003: Toleranz im Tornister
"Die Toleranz kam im Tornister". Mit dieser Schlagzeile lässt sich eine erfreuliche Paradoxie in der Würzburger Geschichte umschreiben. Als die bayerischen Soldaten vor genau 200 Jahren in die Stadt einzogen, da hatten sie für die Protestanten in den eigenen Reihen, aber auch in ganz Mainfranken, ein wertvolles Geschenk im Tornister: das Toleranzedikt des bayerischen Kurfürsten Max Joseph vom 10. Januar 1803. Paradox ist daran zweierlei: Ausgerechnet ein katholischer Bayer setzte in Würzburg den Protestantismus durch... Der glückliche Verlauf der Geschichte darf jedoch nicht vergessen lassen, dass der Weg der Würzburger Juden zur vollen Gleichberechtigung mit den anderen Bürgern der Stadt ungleich länger und schwerer war und dass die Protestanten wenig getan haben, um ihnen diesen Weg zu erleichtern.Heute erlebt die jüdische Gemeinde durch den Zuzug russischer Glaubensgenossen und den Bau des Kulturzentrums Shalom Europa einen unverhofften Frühling, der den Protestanten der Stadt eine zweite historische Chance gibt: Sie können die Toleranz, die sie seit 200 Jahren selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen, auch gegenüber Juden - und sogar gegenüber Moslems - unter Beweis stellen.

Damit könnte in Würzburg verwirklicht werden, was in Jerusalem und in Bagdad noch nicht gelingt: dass Juden, Christen und Moslems friedlich zusammenleben und dass jede Glaubensgemeinschaft die Fundamentalisten in den eigenen Reihen ausgrenzt.

Die Ereignisse des Jahres 1803 haben gezeigt, dass sich ein dauerhafter Friede manchmal nur mit militärischen Mitteln durchsetzen lässt. Es bleibt zu hoffen, dass auch die amerikanischen Soldaten nicht Krieg und Zerstörung an den Golf bringen, sondern Frieden und Freiheit - eben "die Toleranz im Tornister".

Main-Post, 8. März 2003: In Würzburg die Liebe zur Musik entdeckt - Jüdische Komponistinnen zu Gast
Man hätte es sich einfach machen können, sagt Klaus Hinrich Stahmer, Klezmer auf Programm setzen, Gloria Feldman einladen - „dann wäre der Saal voll gewesen”. Aber Stahmer, Professor an der Würzburger Musikhochschule, und der Bayerische Rundfunk machten es sich nicht leicht mit dem Benefizkonzert zu Gunsten des jüdischen Gemeindezentrums „Shalom Europa”. Sie wählten zeitgenössische Musik, suchten Werke jüdischer Komponisten mit fränkischen Wurzeln. Wie Zzipora Jochsberger oder Chaya Arbel.

Die beiden über 80-jährigen werden dabei sein am Sonntagabend, 9. März, wenn um 19:30 Uhr in der Hochschule für Musik das Benefizkonzert beginnt. Seit Donnerstag sind sie Gast in Franken, das einmal ihre Heimat war. Eine „herrliche Zeit” habe sie in Würzburg erlebt, sagt Tzipora Jochsberger - auch wenn es düstere Jahre waren. Zwischen 1934 und 1938 studierte die junge Tzipora am Jüdischen Lehrerseminar. Eine heile Welt für sich, sagt Jochsberger. „Wir lebten, als hätte es keine Umwelt gegeben. „Haydn, Beethoven, Mozart - ihre Liebe zur Musik hat die Komponistin in Würzburg entdeckt...

1939 waren die Würzburger Jahres vorbei, Tzipora Jochsberger ging nach Palästina zum Musikstudium. Ihre Eltern sollte sie nicht mehr wiedersehen - sie wurden in Auschwitz ermordet. Jetzt, 63 Jahre später, ist die Wegbereiterin jüdischer Musikerziehung erstmals wieder in der Stadt am Main. „Es kommt mir vor wie ein Traum”, sagt Jochsberger. „Die Dunkelheit ist plötzlich sonnig geworden”....

Main-Post, 1. März 2003: Über Mißverständnisse aufklären
Als eine wesentliche Aufgabe sieht die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit den Abbau von Missverständnissen in der Bevölkerung über das Judentum an. Bei der Mitgliederversammlung in Würzburg hat der neu gewählte Vorstand seinen Willen bekräftigt, dieses Ziel weiter zu verfolgen. In Schulen soll verstärkt aufgeklärt werden. ”Wir wollen Judentum so verständlich machen, wie es sich selbst versteht”, sagte die Vorsitzende Jutta Schustert (jüdisch) und der Würzburger Theologieprofessor Dr.Dr. Karlheinz Müller (katholisch)...

Die fehlende ideelle Förderung der Stadt Würzburg beim Bauprojekt „Shalom Europa” beklagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Würzburg, Dr. Josef Schuster. Er schaue neidvoll in die bayerische Landeshauptstadt, wo die Kommune das Neubauprojekt der jüdischen Gemeinde „mit größtem ideellen Einsatz” fördere...

 
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