Jüdische Fest - und Fasttage (Jüdischer Kalender)

Tu Bi Schewat - Das Neujahrsfest der Bäume

von Chajm Guski

"…ein Mensch ist wie ein Baum auf einem Feld…" 5. Buch Mose 20:19

Tu Bi'schwat wird uns nicht direkt durch die Torah geboten, aber die erste Mischna aus dem Traktat Rosch Haschana im Talmud Bavli erwähnt dieses Fest:

 

"Es gibt vier Neujahrsfeste: den ersten Nissan, den Rosch Haschana für Könige und Feste, den ersten Elul, den Rosch Haschana für den Zehnten der Tiere,

den ersten Tischri für die Jahre, die Schmitta und das Jubeljahr und zum Pflanzen und dem Gemüse,

den ersten Schwat für das Neujahr der Bäume, so sagt das Haus Schammai. Das Haus Hillels bestimmte aber den 15. des Monats Schwat, und die Halacha geht nach dem Haus Hillels und bestimmt, dass am 15. Schwat das Neujahr der Bäume ist." (Rosch HaSchanah 2b)

 

"Tu BiSchewat" bedeutet wörtlich "15. Schewat". Die hebräischen Buchstaben "Tet" und "Waw" werden gemeinsam als"Tu" gelesen, das den numerischen Wert 15 hat. Im Regelfall würde man die 15 aus den hebräischen Buchstaben "Jod" und "he bilden, man erhält dann jedoch einen Teil des G-ttesnamens.Die ursprüngliche Bedeutung dieses Festes war jedoch schon zu Zeiten des Talmuds unklar. Ursprünglich lieferte man an diesem Tag den Zehnten seiner Baumfrüchte ab, das ist auch der Grund, warum dieser Tag von der Schule Hillels und Schammais besprochen wird. Das Volk betrachtete den 15. Schwat jedoch auch als "Gerichtstag der Bäume", also als einen Tag an dem über die Bäume ein Urteil gesprochen wird - wie an Pessach das Getreide gerichtet wird, an Schawuot die Baumfrüchte und an Rosch HaSchana die Menschen. Ein Weiser des Talmuds -Rabbi Elieser- erzählt davon (Taanit 26:2), das am 15. Aw die Kraft der Sonne schwächer wird und am 15.Schwat die Kraft der Sonne wieder zunimmt. Rabbi Elieser spricht von zwei Sonnenwenden. Der 15. Aw ist als Fest völlig in Vergessenheit geraten und der 15.Schwat ist der Tag, der markiert, wann die Bäume erneut ausschlagen.

An Tu Bi'Schwat wird kein besonderes Gebet gesagt und es herrscht kein Arbeitsverbot (ausgenommen am Schabbat natürlich). Im Morgengebet von Tu Bi'Schwat wird kein Tachanun gesagt und am Schabbat kein Aw Harachamim. Man sollte eine Frucht verspeisen, die man im laufenden Jahr noch nicht gegessen hat, um Schehechejanu sagen zu können.

Es ist heute Brauch geworden, am 15. Schwat einen Baum zu pflanzen.

 
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