Zeittafel ausgewählter Ereignisse seit dem 2. Weltkrieg:

Zeittafel ausgewählter Ereignisse seit dem 2. Weltkrieg:

 
1945

21 Mitglieder der Vorkriegsgemeinde kehren von Theresienstadt nach Würzburg zurück Der von November 1945 an sich bildenden neuen jüdischen Gemeinde gehören 59 Menschen an. Am 11. November wird auf dem jüdischen Friedhof ein Denkmal für die in den Konzentrationslagern Ermordeten eingeweiht.

1949

Nach den seit 1946 laufenden Spruchkammerverfahren zur „Entnazifizierung“ kommt es auch vor dem Würzburger Landgericht zu mehreren großen NS-Prozessen, darunter gegen 18 Gestapobeamte. Nach erstinstanzlichen Gefängnisstrafen werden sie 1950 freigesprochen. Viele andere Täter, so auch der 1947 ursprünglich zum Tode verurteilte Gauleiter Dr. Hellmuth und der NS-Oberbürgermeister Theo Memmel, kommen mit verhältnismäßig milden Strafen davon.

1952/53

Nach Verhandlungen mit der israelischen Regierung und den Vertretern jüdischer Weltverbände werden das erste „Wiedergutmachungsgesetz“ und in der Folge weitere, die Entschädigung von Privatpersonen regelnde Gesetzte verabschiedet. Die in der amerikanischen Besatzungszone entstandene Jewish Restitution Successor Organization (IRSO) wird mit der Ermittlung jüdischen Besitzes und der Verteilung dieses Besitzes an Überlebende betraut. Ein höchstrichterliches Urteil in den Vereinigten Staaten von Amerika erklärt die IRSO zum Erben des gesamten jüdischen Besitzes in der US-Zone. Die jüdische Gemeinde verliert damit den Grundbesitz der Vorkriegsgemeinde. Lediglich das ihr nach langen Verhandlungen in den sechziger Jahren von der IRSO überlassene Landesheim in der Valentin-Becker-Straße, der heutigen Adresse der Jüdischen Gemeinde in Würzburg und Unterfranken, bleibt übrig.

1962

Gründung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Unterfranken.

1964

Die Israelitische Gemeinde beschließt den Neubau einer Synagoge. Die Stadt Würzburg übernimmt die Bauträgerschaft und wird Hauptgeldgeber. Der Bezirk Unterfranken beteiligt sich ebenfalls.

1966,
9. Nov.

Baubeginn an der neuen Synagoge in der Valentin-Becker-Straße. Eingeweiht wird der Neubau am 24. März 1970.

1977, März

März Treffen von Vertretern aller jüdischer Gemeinden der Bundesrepublik in der Würzburger Gemeinde. Die deutsche Rabbinerkonferenz tagt ebenfalls in den siebziger Jahren in Würzburg.

1987, Jan.

Beim Abriß der „Landelektra“ im Stadtteil Pleich werden 1485 Grabsteine und Grabsteinfragmente vom mittelalterlichen jüdischen Friedhof gefunden. Es ist der weltweit größte Fund seiner Art.

1987, März

Einrichtung des Dokumentationszentrums für jüdische Geschichte und Kultur in der Valentin-Becker-Straße. Träger sind die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken.

1991

Beginn der Zuwanderung sogenannter Kontigentflüchtlinge, Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, auch nach Würzburg. Die Israelitische Gemeinde Würzburg wächst seitdem von etwa 180 Mitgliedern auf inzwischen mehr als 1000 Mitglieder.

2001

Baubeginn des seit mehreren Jahren unter dem Namen Shalom Europa geplanten Neuen Jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums.

2003

Bezug der im Rahmen des ersten Bauabschnitts fertiggestellten Räume des Neuen Jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums.

2006,
23. Okt.
Offizielle Einweihung des neuen Jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums

   
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