Zeittafel ausgewählter Ereignisse 1918 bis 1945:

Zeittafel ausgewählter Ereignisse 1918 bis 1945:

 
1918/19

Der Würzburger Felix Fechenbach, der später, im August 1933, „auf der Flucht“ erschossen wird, hat maßgebenden Anteil an der Ausrufung der Republik in Bayern. In Würzburg verläuft der Umsturz dank des jüdischen SPD-Manns Felix Freudenberger unblutig. An der Niederschlagung der Räterepublik in Würzburg sind auch zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinde beteiligt.

1920

Wahl des weltoffenen Orthodoxen Dr. Siegmund Hanover aus Hamburg zum Würzburger Rabbiner.

1924-
1928

Die politisch und gesellschaftlich normalsten Jahre der Weimarer Republik bescheren auch den Würzburger Juden eine weitgehende Integration in die deutsche Gesellschaft. Die jüdische Bevölkerung überaltert zusehends, Todesfälle übersteigen die Zahl der Geburten. Herausragende Stellung von Juden im Weinhandel, in der Industrie im Bereich von Nahrung und Genußmitteln, der Leder- und Textilverarbeitung. Überproportionaler Anteil von Juden an akademischen Berufen, beispielsweise bei niedergelassenen Ärzten und Rechtsanwälten.

1931

Im sogenannten „Habima“-Prozeß über die tätlichen Angriffe von NSDAP-Schlägern auf Besucher einer Aufführung der hebräischsprachigen Bühne „Habima“ werden wegen „nicht unehrenhafter Motive“ milde Strafen verhängt. Im gleichen Jahr werden der Neubau der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in der Sandbergstraße und das neue Altenheim in der heutigen Valentin-Becker-Straße eingeweiht.

1935

Arisierung jüdischer Firmen, in Würzburg und Unterfranken, darunter die Übernahme des Kaufhauses Ruschkewitz durch Josef Neckermann.

1936 Einrichtung einer dreiklassigen Berufsschule im alten ILBA-Bau.
1937/38

Vereinigung der traditionsreichen jüdischen Gemeinden Heidingsfeld und Höchberg mit Würzburg.

1938,
9/10.Nov.

Verwüstung der Inneneinrichtung der Würzburger Synagoge und Vernichtung der Heidingsfelder Synagoge durch Brandstiftung. Schwere Mißhandlungen, teilweise mit Todesfolge an jüdischen Menschen. Erste Einlieferungen von jüdischen Männern in Konzentrationslager. Boykott gegen jüdische Geschäfte, Einrichtungen und Bürger.

1939

Rabbiner Hanover verläßt Würzburg. Sein Nachfolger bis zu seiner Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt wird der seit 1936 in Würzburg im Ruhestand lebende Magnus Weinberg.

1941

Zwang zum Tragen des Judensterns. Erste Deportation von 202 Juden aus Würzburg nach Riga. In sieben Deportationen zwischen November 1941 und Juni 1943 in verschiedene Vernichtungslager in Osteuropa werden aus Unterfranken 2063 Juden verschleppt.

1943,
Juni
Die Geheime Staatspolizei erklärt Unterfranken als „judenrein“.

   
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