Zeittafel für ausgewählte Ereignisse in Würzburg bis 1642:

Zeittafel für ausgewählte Ereignisse in Würzburg bis 1642:

1096 Judenverfolgungen im Rheinland, Zuwanderer aus Mainz
1147,
Febr. 24
Erste Erwähnung der jüdischen Gemeinde im Zusammenhang mit einem Pogrom.
1147-1298 Blütezeit der jüdischen Gemeinde Würzburg. Zuzug von Juden aus ganz Süddeutschland, Frankreich und England.
1235/36 Alle Juden im Reich werden als “Kammerknechte” des Königs bestätigt.
1247

Verpfändung des Würzburger Judenschutzes und der daraus fließenden Einnahmen durch den König an das Hochstift Würzburg.

1298

Das „Rintfleischpogrom“, die größte und blutigste Judenverfolgung des Mittelalters, verbreitet sich über große Teile Süddeutschlands. In Würzburg werden 841 einheimische Juden und etwa 100, die sich vom Land hierher geflüchtet haben, von den Horden des Rindfleisch im Zusammenspiel mit Bürgern umgebracht.

1336/37

Während des nach dem Ritter Arnold von Uissigheim d.J. benannten „Armleder“-Pogroms wird die jüdische Gemeinde in Kitzingen vernichtet. Die Würzburger Bürger ziehen schließlich gegen Armleder, der gefangen und als Landfriedensbrecher hingerichtet wird. Als die Unruhen erneut aufflackern, bedroht die Stadt Würzburg jeden, der sich gegen die Juden vergeht, mit immerwährender Ausweisung.

1349

Nahezu volle Ausrottung der in Würzburg ansässigen Juden nach einer Frostkatastrophe in den Weingärten und im Zuge einer latenten, durch Gerüchte über Brunnenvergiftungen an anderen Orten geschürten Judenfeindschaft.

1403

Freibrief des Bischofs Johann von Egloffstein für die Juden, die sich im Hochstift niederlassen.

1422

Vertrag der wichtigsten Landesfürsten zur „Schatzung“ der in ihren Territorien ansässigen Juden.

1429

Bischof Johann von Brunn verpfändet den jüdischen Friedhof in Würzburg an einen Würzburger Metzger.

1430

Die letzten Häuser des alten Würzburger Judenviertels am Markt werden abgebrochen.

1445/46

Freibrief des Bischofs Gottfried Schenk von Limpurg für die Juden im Hochstift. Wiedererleihung des jüdischen Friedhofs an die jüdische Gemeinde gegen eine hohe jährliche Gebühr.

1554

Vertreibung der Juden aus der Reichsstadt Schweinfurt. Wiederansiedlung in größerer Zahl erst wieder seit 1861.

1560

Bischof Friedrich von Wirsberg weist alle Juden aus Würzburg und anderen Städten des Hochstifts aus.

1575/76

Bischof Julius Echter von Mespelbrunn weist die Juden aus dem Hochstift aus. Er konfisziert den jüdischen Friedhof in der Pleich und errichtet auf dem Grundstück das Juliusspital. Erst gegen Ende seiner Regierung läßt er wieder einzelne Juden in Würzburg zu.

1642

Endgültige Vertreibung der Juden aus der Stadt Würzburg (für die nächsten 160 Jahre durch Bischof Philipp von Schönborn.

   
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